Wir schreiben den 20.10.2011. Machthaber Muammar al-Gaddafi ist tot.

Es ist ein riesiges Freudenfest, alle wollen ihn sehen, den mausetoten Gaddafi. „Wir sind frei!“, heisst es. Ja, das Ausharren hat wohl ein Ende genommen.

Doch was steckt genau dahinter? Woher kommt diese riesige Freude? Feiern die Leute das Ende der Diktatur? Das Ende ihrer Leidenszeit? Oder erfreuen sie sich am Tod des Mannes, der Libyen 42 Jahre lang diktatorisch unterdrückte? – Diese Freude, diese Erleichterung kann nur eines Ursprungs sein; es ist die Befreiung des unglaublich grossen Hasses gegen Gaddafi. Sie wollten, nein mussten diesen Mann tot sehen, damit dieses Kapitel endgültig abgeschlossen ist.

Gaddafi - Ein "trauriger" Anblick

Ich sehe diesem Vorgang kritisch entgegen. Es ist tief in den Wurzeln des Menschen verankert, einen Hass zu befriedigen. Daran kann und will wohl niemand etwas ändern. Doch wo sind die Grenzen? Überschreitet eine solche Euphorie nicht jegliche moralischen Grenzen? Meiner Meinung nach JA. Es ist, verzeihen Sie meinen Ausdruck, total verschissen, wie man sich an dieser Leiche erfreut. Es ist absolut pervers, wie der Adrenalinspiegel in die Höhe schiesst, wenn man in die leblosen Augen eines mit Blut verschmierten Fleischmockens starrt. So gross wie der Hass, das Leiden und die Freude auch sein mag, das Überschreiten jeglicher Grenzen wird meiner Meinung nach dadurch nicht entschuldigt. Trotz all den vielen Schandtaten von Gaddafi, ist es eine Schande, wie sich die halbe Welt am Tot eines Mannes erfreut!

Links

Schweizer Fernsehen:  Calmey-Rey: „Gaddafi ist so gestorben wie er regiert hat!“

Selbst Micheline Calmey-Rey ist „erleichert“ über den Tod von Gaddafi…

Spiegel-Online:  Gaddafi verkroch sich im Abwasserkanal

Spiegel-Online äussert sich ein wenig neutraler gegenüber dem Geschehen in Sirt.

Freude über Gaddafi’s Leiche

 

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