Bevor Sie mich mit Kommentaren überhäufen, in denen zu lesen ist, dass ich die folgenden Annahmen gar nicht wirklich bestätigen kann, erlaube ich mir eine kurze Information vorzunehmen.

Ich bin stolzer Besitzer eines Generalabonnements der SBB, mit dem ich den öffentlichen Verkehr kreuz und quer durch die Schweiz nutzen kann. Kurz: Ich hab ein GA. Nun, wie das eben so ist, man nützt das GA halt aus. Na klar,ich will das Geld schliesslich gut investieren. – Manchmal auch nicht. Aber jedenfalls beim GA ist das so.

Und eine weitere Tatsache ist nun mal, dass man beim Zugfahren hie und da einem Kondukteur begegnet. Verzeihung, dieser Begriff ist veraltet, heute nennt sich das Zugbegleiter. – T

önt wohl intellektueller.Auf jeden Fall kann man, insofern man nicht den Kopfhörer des iPods auf den Ohren behält (wie es sich ja eigentlich nicht gehört), während dem „Grüezi, alle Billette vorweisen bitte!“ und dem “ Darf ich noch Ihr Halbtax sehen, bitte?“ einige Verhaltensmuster erkennen. Und ich wage (weil ich eben einen grossen Nutzen aus dem GA ziehe) zu behaupten: Man kann alle Zugbegleiter und Zugbegleiterinnen in 3 Gruppen einordnen.

Von den Bünzli-Bähnler mit Globi-Billett

Die „Bähnler“. Jawohl, in diesem Abschnitt geht es um die typischen Schweizer „Bünzlikondukteure“. Wir kennen Sie alle. Ja, Sie auch. Wir wissen alle, wie es sich anfühlt, wenn während der Billettkontrolle, die vielleicht 20 Sekunden dauert, ein Funken purer Begeisterung für alles, was mit der Eisenbahn zu tun hat überspringt. Von der Spanisch-Brötli Bahn, über die Trillerpfeiffe, bis hin zur Dampflokomotive. Manchmal sind es sogar zwei Funken, die überspringen. Beispielsweise dann, wenn der liebe Kondukteur einem Kind noch ein symbolisches Billett aushändigt, das ein Globisujet prägt.

Kobolde mit kuriosem Lebensinhalt

 

Eine zweite Gruppe, die mir persönlich weniger zusagt sind die Furien. Hastig, im Zug umherspringende  Kobolde mit Hochsteckfrisuren, deren Lebensinhalt darin besteht, Leuten irgendwelche Bussen und  Zuschläge aufzubrummen. Sie sind regelrecht besessen davon, die Fahrgäste zu kontrollieren und zu  steuern. – Wieso hab ich mir überwiegend Kondukteure des weiblichen Geschlechts in dieser Gruppe      notiert?

Motivation pur

Die dritte und somit letzte Unterteilung wirft bei mir am meisten Fragen auf. Mit sehr, ich betone sehr viel Ironie, kann man sagen: Diese AbteilungLIEBT ihren Beruf. Die Tür zum Zugabteil öffnet sich, untermalt vom Geräusch deraneinander prallenden Puffern beim Wagenübergang erscheint der Kondukteur. Die Uniform (welche ja eigentlich perfekt abgestimmt auf das SBB-Logo wäre und massgeschneidert am Körper des Zugbegleiters anliegen würde) hängt richtig „pfluderig“ am Körper hinab. Ein Blick, welcher ich nur in den äussersten Notfällen benutze, lässt meine Eingeweide regelrecht gefrieren… – Später kann man die Stimme durch den Lautsprecher wieder erkennen. Irgendein Gefasel mit einem komischen Akzent, welches eine Information der nächsten Anschlüsse am Zielbahnhof darstellen soll.

Ja, ich liebe diese Motivation. Sehr.

Letztlich bin ich froh, wenn ich keine Billettkontrolle erdulden muss. Denn es ist schon mühsam sich jedes mal Gedanken darüber zu machen, in welche Gruppe man den lieben SBB-Angstellten einstufen muss. – Nicht wahr?

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